1. Ein neuer Dachstuhl ist mangelhaft, wenn er mit Schimmelpilzsporen behaftet ist … weiterlesen
Wichtiges Zitat: „Der von der Beklagten zu 2 errichtete Dachstuhl war mangelhaft, weil er unstreitig von Schimmelpilzbefallen war. Das vetraglich geschuldete Werk war ein dachstul ohne Pilzbefall. Die Frage einer gesundheitsgefährdung kann in diesem Zusammenhang dahinstehen, weil sie inbeachtlichh ist. Der verschimmelte Dachsstuhl wäre selbst dann mangelhaft gewesen, wenn von ihm keinerlei Gefahren für die Bewohner des Hauses gedroht hätten“
2. Die Feststellung von auffällig erhöhten MVOC genügt, um daraus die objektiv begründete Befürchtung zu gewinnen … weiterlesen
Wichtige Zitate: „Die Kündigung ist wirksam gemäß § 544 BGB. Das Kündigungsrecht des Mieters aus § 544 BGB setzt voraus, dass von der Mietwohnung eine konkrete Gesundheitsgefährdung ausgeht. … …. Ebenso hat Prof. Dr. Rüden in seiner privaten jedoch sachverständigen Stellungnahme bestätigt, dass die vorgefundene Konzentrationsmenge von MVOC´s gegenüber der Außenluft auffällig erhöht gewesen ist. Diese Feststellungen genügen, um daraus die objektiv begründete Befürchtung zu gewinnen, dass der Gebrauch der Wohnung zu einer Gesundheitsbeeinträchtigung führt, was den Anforderungen an eine konkrete Gesundheitsgefährdung i.S.d. §544 genügt. …“
2.1. Risiken bei unzureichender Be- und Entlüftung von Wohnungen … weiterlesen
Wichtige Zitate: „Landgericht Duisburg …: Schimmelpiluze in Wohnungen stellen eine Gesundheitsgefahr dar. Diese Gefahr berechtigt zur fristosen Kündigung.“ … „Eine Bauweise, die zu einer dichten Gebäudehülle führt, beschert dem Vermieter ein beträchtliches Haftungsrisiko.“ … „Der Vermieter darf aber die Probleme, die mit immer luftdichteren Wohnungen geschaffen werden, nicht einfach auf den Mieter verlagern“.
3.1. Schimmelpilz durch Isolierglasfenster: Ein Baumangel, den letztlich der Vermieter zu vertreten hat …
Wichtige Zitate: „Ein Baumangel, den letztlich der Vermieter zu vertreten hat, kann durch den nachträglichen Einbau von Isolierglasfenstern geschaffen worden sein ….“ ….“Grundsätzlich sei es Sache des Vermieters, beim Einbau neuer Fenster die nötigen Vorkehrungen gegen Feuchtigkeitsschäden zu treffen. Es gehört zu seinem Risikobereich, wenn beim Auswechseln alter gegen neue Fenster der so genannte Taupunkt in den schlecht isolierten Außenwandbereich verlagert wird. Dann können Feuchtigkeitsschäden auftreten, weil die alten Bauteile mit geringer Wärmedämmung und die neuen Bauteile, das heißt die dichten Fenster, nicht mehr zusammenpassen“.
3.2. Neue Fenster und Schimmelbildung: Was muss der Vermieter tun? …
4. Treten im Anschluss an die Regulierung eines Versicherungsfalles bei der Gebäudeversicherung weitere Folgeschäden auf, beginnt für diese der Lauf der Verjährungsfrist …
5. AG München: Mietminderung bei Schimmelbildung bis zu 100 % möglich … weiterlesen
6. So nutzen Sie das Werkzeug „Privatgutachten“ im Prozess richtig … weiterlesen
7. Stellung des Sachverständigen im Zivilprozess …
8. Der Schimmelspürhund im Prozess „… In der Nacht … kam es in der Wohnung des Beklagten zu einem erheblichen Wasserschaden. … Das Wasser lief mehrere Stunden ungehindert insbesondere in die Wohnung der Klägerin. …“
„Am … fand … ein weiterer Ortstermin statt. Die Sachverständigen … sowie ein hinzugezogener Schimmelspürhund überprüften die Wohnung. Dabei stellten sie fest, dass die Wohnung der Klägerin immer noch nicht vollständig ausgetrocknet war. Aufgrund des beigezogenen Schimmelspürhundes wurden Hinweise deutlich, dass in der Wohnung der Klägerin großflächig verteilte Schimmelpilzschäden in den Fußbodenkonstruktionen vorhanden sind.„…
„Der Beklagte hat des Weiteren eingewandt, dass es sich bei der Einsetzung eines Schimmelspürhundes nicht um eine anerkannte wissenschaftliche Methode handle und darauf nicht irgendwelche Ergebnisse begründet werden können. Diesbezüglich ist jedoch zu sagen, dass die Erkenntnisse des Sachverständigen … nicht nur aufgrund des Schimmelspürhundes gewonnen worden sind. Im Übrigen ist die Einsetzung von Hunden bei Drogenaufspüren und Leichenaufspüren eine anerkannte Methode, die auch von der Polizei immer wieder verwendet wird. Es erschließt sich dem Gericht nicht, weshalb ein Hund nicht darauf trainiert sein kann, auch „Schimmel“ aufzuspüren. …“
„… Der Klage war daher insgesamt stattzugeben.“ ( AG München – 484 C 428/10; Urteil vom 29.12.2010 – rechtskräftig seit 18.10.2011 ).
Aus der Berufung beim Landgericht München ( LG München I – 36 S 2415/11; Hinweisbeschluss vom 24.06.2011 ) …“Die Einwände des Beklagten gegen die Höhe der im Einzelnen geltend gemachten Rechnungen der beiden Sachverständigen versteht das Berufungsgericht vor allem so, dass sie insgesamt wegen der aus Sicht des Beklagten angenommenen Nutzlosigkeit der Gutachten geltend gemacht werden. Dies scheint insbesondere bezüglich der Rechnungen des Schimmelpilzspürhundes zu gelten. Dahingehend ist jedoch zu erkennen, dass ein Schimmelpilzspürhund nicht nur allgemein durchaus als taugliches Einsatzmittel zur Auffindung von Schimmelpilzschäden angesehen wird. Im konkreten Fall zeigt insbesondere die weitere Entwicklung des Falles, dass der Schimmelpilzspürhund sicher nicht untauglich war, um den geltend gemachten Schäden zu begegnen. Denn selbst der Sachverständige … erkannte zeitlich nachfolgend den Schimmel für den gesamten Hauptraum, sowie konnte er das Anschlagen des Schimmelpilzspürhundes im Bad mit einer Schimmelpilzbelastung … in Einklang bringen.“…
„Mit Beschluss vom 18.10.2011 hat das LG München I nun die Berufung des Beklagten gegen das Urteil des Amtsgerichtes vom 29.12.2010 zurück gewiesen.“
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