Wesentlich gefährlicher als zuerst angenommen sind auch die seit der achtziger Jahren eingesetzten Pyrethroide, insbesondere das Permethrin. Diese oben genannten Wirkstoffe können über Jahrzehnte ausgasen und eine Gefahr für Menschen in Innenräumen darstellen!
Aktuelle Luft- oder Blutanalysen für PCP, Lindan, Permethrin oder Dichlofluanid sind nur sinnvoll, wenn sie von spezialisierten Institutionen in eine Gesamtbewertung einbezogen werden. Fragwürdig sind außerdem z.B. Referenzwerte für Konzentrationen im Blut, die aus einem Kollektiv teilbelasteter Patienten ermittelt wurden und Luftrichtwerte, die toxikologisch nicht begründet sind.
Es ist unverantwortlich, wenn eine Gefahrenabschätzung über die aktuelle, zum Teil stark schwankende Konzentration von wie PCP, Lindan, Permethrin oder Dichlofluanid in der Raumluft vorgenommen wird, gleichzeitig aber die Vergangenheit mit einer langjährigen Belastung und einhergehender Vorschädigung vernachlässigt wird. Als Folge einer länger zurückliegenden Holzschutzmittelvergiftung mit PCP, Lindan, Permethrin oder Dichlofluanid können zum Beispiel Allergien oder eine generelle erhöhte Sensibilität gegenüber verschiedenen anderen Chemikalien auftreten.
Im übrigen hat die Messung der Holzschutzmittelwirkstoffe wie PCP, Lindan, Permethrin oder Dichlofluanid z.T. nur eine Indikatorfunktion, denn Verunreinigungen in den o.g. Substanzen (z.B. Dioxine im PCP) können schon aus Kostengründen meist nicht ermittelt werden. Ihre mögliche Anwesenheit und damit auch eine schädliche Wirkung muss angenommen werden.
Bei den Probenahmen, Untersuchungen und Beurteilungen der Umweltambulanz steht das Vorsorgeprinzip im Vordergrund.
< 0,1 – 2 mg/kg: keine bzw. unwesentliche Belastung, es hat keine Behandlung stattgefunden
2 – 10 mg/kg: geringfügige Belastung, evtl. durch Kontamination über die Raumluft
10 – 100 mg/kg: Belastung, die unter ungünstigen Umständen zu Gesundheitsschäden führen kann.
> 100 mg/kg: sehr starke Belastung, mögliche starke gesundheitliche Gefährdung In Staubproben sollten die Konzentrationen für Holzschutzmittel auf jeden Fall unter 1 mg/kg liegen.
Weiter können belastete Oberflächen auch mit einer Dampfsperre (dampfdichte Folie) versehen werden. Als geeignet hat sich neben Spezialfolien insbesondere Aluminiumfolie im Verbund mit Rauhfasertapete oder Rigipsplatten erwiesen, auch wenn möglicherweise das Raumklima nachteilig beeinflusst wird.
Zu Anstrichstoffen können erst positive Bewertungen abgegeben werden, wenn neben dem Beweis der langfristigen Absperrungsleistung die Unschädlichkeit der Behandlung garantiert wird. Bei üblichen lösemittelhaltigen Produkten ist es möglich, daß durch die Lösemittel eine verstärkte Ausgasung der Holzschutzmittel eintritt!
Lassen Sie sich vom Händler bescheinigen, dass die Hölzer abgelagert und unbehandelt sind; bei einer Holzfeuchte unter 20% tritt kein Pilzbefall auf. Beachten Sie Regeln des konstruktiven Holzschutzes, d.h. verhindern Sie einen möglichen Befall durch technische Maßnahmen bei dem Auf- oder Einbau von Holz.
Wenn ein Holzschutzmittel zwingend erforderlich ist, verwenden Sie möglichst nur Borsalz. Bei einer Außenanwendung sollte das Holz druckimprägniert sein. Bei befallenen Hölzern ist eine ungefährliche Heißluftbehandlung zu empfehlen.
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